Solarthermie nachrüsten: Kosten, Förderung und wann es sich lohnt
Solarthermie nutzt die Sonne für Warmwasser und Heizung. Was die Nachrüstung kostet, welche Förderung es gibt und für wen sich die Investition rechnet.
Jeden Tag scheint die Sonne auf dein Dach – kostenlos. Mit einer Solarthermieanlage wandelst du diese Energie in warmes Wasser um und unterstützt deine Heizung. Klingt gut, aber lohnt sich das wirklich? Und was kostet die Nachrüstung? Hier kommt die ehrliche Rechnung.
Was ist Solarthermie?
Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach erwärmen eine Solarflüssigkeit, die ihre Wärme über einen Wärmetauscher an einen Pufferspeicher abgibt. Von dort wird das warme Wasser für Dusche, Bad und bei größeren Anlagen auch für die Heizung genutzt.
Nicht verwechseln: Solarthermie erzeugt Wärme. Photovoltaik erzeugt Strom. Beides nutzt die Sonne, aber die Technik ist völlig unterschiedlich.
Zwei Anlagen-Typen
Typ 1: Nur Warmwasser
Die einfachere und günstigere Variante. Reicht für die Warmwasserbereitung im Haushalt und deckt im Jahresmittel 50–60 % des Bedarfs. Im Sommer bleibt der Heizkessel komplett aus.
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Kollektorfläche | 4 – 6 m² |
| Speichergröße | 300 – 400 Liter |
| Deckungsgrad Warmwasser | 50 – 60 % |
| Investitionskosten | 3.500 – 6.000 € |
Typ 2: Warmwasser + Heizungsunterstützung
Die größere Anlage speist auch in den Heizkreislauf ein. Besonders im Frühling und Herbst kann sie einen relevanten Teil der Heizenergie liefern.
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Kollektorfläche | 8 – 14 m² |
| Speichergröße | 700 – 1.500 Liter |
| Deckungsgrad gesamt | 20 – 30 % |
| Investitionskosten | 8.000 – 14.000 € |
Kosten der Nachrüstung im Detail
| Posten | Nur WW | WW + Heizung |
|---|---|---|
| Kollektoren | 1.500 – 3.000 € | 3.000 – 6.000 € |
| Speicher | 800 – 1.500 € | 1.500 – 3.500 € |
| Verrohrung & Pumpe | 500 – 1.000 € | 800 – 1.500 € |
| Montage | 800 – 1.500 € | 1.500 – 3.000 € |
| Gesamt | 3.500 – 6.000 € | 8.000 – 14.000 € |
Förderung für Solarthermie
Solarthermie wird über die BAFA-Förderung bezuschusst. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es:
- 25 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten als Einzelmaßnahme
- Bonus von 5 % bei vorhandenem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)
- Förderfähige Kosten: maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit
Bei einer Anlage für 10.000 Euro bekommst du also 2.500 bis 3.000 Euro zurück. Die effektiven Kosten sinken auf 7.000 – 7.500 Euro.
Für wen lohnt sich Solarthermie?
Lohnt sich besonders wenn:
- Du eine ältere Gas- oder Ölheizung hast, die noch einige Jahre läuft – Solarthermie reduziert den Brennstoffverbrauch sofort
- Dein Dach nach Süden bis Südwest zeigt (Neigung 30–50°)
- Du einen hohen Warmwasserverbrauch hast (Familie mit Kindern)
- Du die Anlage mit einem Heizungstausch kombinierst
Lohnt sich weniger wenn:
- Du bereits eine Wärmepumpe hast – dann ist Photovoltaik sinnvoller
- Dein Dach stark verschattet ist
- Nur 1-2 Personen im Haushalt leben (geringer Warmwasserverbrauch)
Solarthermie vs. Photovoltaik
Die häufigste Frage: Soll ich Solarthermie oder Photovoltaik aufs Dach packen?
| Kriterium | Solarthermie | Photovoltaik |
|---|---|---|
| Nutzen | Wärme | Strom |
| Wirkungsgrad | 60 – 80 % | 18 – 22 % |
| Platzbedarf | 5 – 14 m² | 15 – 40 m² |
| Flexibilität | Nur Wärme | Strom für alles (auch Wärmepumpe) |
| Einspeisevergütung | Nein | Ja |
Fazit: Wenn die Dachfläche begrenzt ist und du viel Warmwasser brauchst, ist Solarthermie eine gute Wahl. Wenn du mehr Fläche hast, ist Photovoltaik (ggf. mit Wärmepumpe) oft die wirtschaftlichere Lösung.
Amortisation: Wann hat sich die Anlage bezahlt gemacht?
Rechnung für eine Warmwasser-Anlage (5.000 € minus 1.500 € Förderung = 3.500 € Eigenanteil):
- Einsparung Warmwasser: ca. 200 – 350 €/Jahr (je nach Energiepreis)
- Amortisation: 10 – 17 Jahre
- Lebensdauer der Anlage: 20 – 30 Jahre
Nach der Amortisation heizt du quasi kostenlos Wasser – die laufenden Kosten (Strom für Pumpe, Wartung) liegen bei 50–100 Euro pro Jahr.
Fazit: Solarthermie als sinnvolle Ergänzung
Solarthermie ist kein Allheilmittel, aber eine solide Ergänzung – besonders bei bestehenden Heizsystemen. Die Technik ist ausgereift, die Wartungskosten minimal und die Förderung attraktiv. Lass dich von einem Energieberater beraten, ob und welche Anlage zu deinem Haus passt.