Fassade streichen: Kosten, Farbe & Vorbereitung 2026
Wann muss die Fassade neu gestrichen werden? Kosten pro m², die richtige Farbe und ob du selbst streichen kannst – alle Infos kompakt.
Die Fassade ist die Visitenkarte deines Hauses. Und irgendwann sieht man ihr das Alter an. Der Putz wirkt grau, hier und da zeigen sich Algenflecken, und die Farbe blättert an manchen Stellen. Spätestens dann wird es Zeit für einen neuen Anstrich.
Aber was kostet das eigentlich? Welche Farbe ist die richtige? Und kannst du das vielleicht sogar selbst machen? Hier bekommst du alle Antworten.
Wann ist ein neuer Fassadenanstrich fällig?
Ein Fassadenanstrich hält je nach Farbe und Lage des Hauses 10 bis 20 Jahre. Es gibt ein paar klare Zeichen, dass es Zeit wird.
Sichtbare Verschmutzung und Algen
Grünliche oder dunkle Beläge an der Fassade sind meistens Algen oder Moose. Besonders betroffen sind Nordseiten und Bereiche, die wenig Sonne abbekommen. Manchmal hilft eine professionelle Reinigung, oft ist aber ein neuer Anstrich die bessere Lösung.
Kreidung
Fahr mit der Hand über die Fassade. Wenn sich dabei ein weißer, kreidiger Abrieb löst, hat die Farbe ihre Bindemittel verloren. Man nennt das Kreidung. Ein neuer Anstrich auf kreidenden Fassaden haftet schlecht, deshalb muss die Oberfläche vorher grundiert werden.
Abblätternde Farbe und Risse
Wenn die Farbe in Flocken abblättert oder Risse im Putz sichtbar werden, ist schnelles Handeln wichtig. Durch Risse kann Feuchtigkeit eindringen und den Putz oder sogar das Mauerwerk schädigen. Kleine Risse lassen sich vor dem Streichen mit Füllspachtel schließen, bei größeren Schäden sollte ein Fachmann draufschauen.
Was kostet es, die Fassade streichen zu lassen?
Die Kosten setzen sich aus Gerüst, Vorbereitung und dem eigentlichen Anstrich zusammen.
Gerüst
Das Gerüst ist ein fester Posten und kostet je nach Gebäudehöhe und Standzeit 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche. Bei einem typischen Einfamilienhaus sind das 1.200 bis 2.500 Euro.
Fassade reinigen und grundieren
Vor dem Streichen wird die Fassade mit einem Hochdruckreiniger oder manuell gereinigt. Danach folgt die Grundierung, besonders bei kreidenden Untergründen. Kosten: 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter.
Anstrich (zwei Durchgänge)
Ein guter Fassadenanstrich besteht aus mindestens zwei Durchgängen. Je nach Farbqualität und Region liegen die Kosten bei 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter. Premium-Farben mit langer Haltbarkeit und Lotuseffekt kosten entsprechend mehr.
Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 bis 160 Quadratmetern Fassadenfläche zahlst du komplett zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Der genaue Preis hängt vom Zustand der Fassade, der Region und der gewählten Farbe ab.
Einen umfassenden Überblick über Sanierungskosten findest du in unserem Kostenüberblick pro Quadratmeter.
Die richtige Fassadenfarbe wählen
Nicht jede Farbe eignet sich für jede Fassade. Hier die wichtigsten Typen im Vergleich.
Silikonharzfarbe
Der aktuelle Standard. Silikonharzfarbe ist wasserabweisend, dampfdurchlässig und langlebig. Sie eignet sich für fast alle mineralischen Untergründe und bietet einen guten Schutz gegen Algen und Verschmutzung. Preis: 3 bis 6 Euro pro Liter.
Silikatfarbe (Mineralfarbe)
Silikatfarbe verbindet sich chemisch mit dem Untergrund und ist extrem langlebig. Sie ist ideal für historische Gebäude und Kalkputze, aber nicht auf allen Untergründen anwendbar. Preis: 4 bis 8 Euro pro Liter.
Dispersionsfarbe
Die günstigste Variante. Dispersionsfarbe ist einfach zu verarbeiten, aber weniger langlebig als Silikonharz- oder Silikatfarbe. Für Fassaden mit kurzen Renovierungszyklen oder Mietobjekte durchaus akzeptabel. Preis: 2 bis 4 Euro pro Liter.
Lotusfarbe (selbstreinigend)
Farben mit Lotuseffekt lassen Wasser und Schmutz abperlen. Die Fassade bleibt deutlich länger sauber. Allerdings ist der Effekt nicht ewig wirksam und die Farbe kostet deutlich mehr. Lohnt sich vor allem bei exponierten Fassaden.
Fassade selbst streichen – geht das?
Grundsätzlich ja, aber es gibt ein paar Dinge zu bedenken.
Voraussetzungen
Du brauchst ein Gerüst oder mindestens ein solides Leitungssystem. Vom Streichen mit der Leiter an einem zweistöckigen Haus raten wir dringend ab. Gerüste kannst du bei Baumärkten oder Gerüstbau-Firmen mieten. Kosten: rund 500 bis 1.000 Euro für zwei bis drei Wochen.
Was du selbst machen kannst
Das Reinigen der Fassade, das Abkleben von Fenstern und Türen und den eigentlichen Anstrich kannst du mit etwas Geschick selbst übernehmen. Wichtig: Arbeite immer nass-in-nass, also eine komplette Wandfläche ohne Unterbrechung durchstreichen. Sonst entstehen sichtbare Ansätze.
Was du lieber lassen solltest
Risse im Putz reparieren, Grundierungsarbeiten und Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen gehören in Profi-Hände. Auch wenn die Fassade eine Wärmedämmung (WDVS) hat, solltest du vorsichtig sein. Falsches Werkzeug oder zu hoher Druck beim Reinigen kann die Dämmung beschädigen.
Spar-Tipp
Kombiniere Eigenleistung mit Profi-Arbeit. Lass den Handwerker die Vorbereitung und den ersten Anstrich machen und übernimm den zweiten Durchgang selbst. So sparst du einen relevanten Teil der Kosten, ohne auf Qualität zu verzichten. Weitere Tipps zu seriösen Handwerkern findest du in unserem separaten Ratgeber.
Die beste Jahreszeit zum Fassade streichen
Streiche deine Fassade zwischen Mai und September. Die Temperatur sollte über 10 Grad liegen, es darf nicht regnen und die Fassade sollte trocken sein. Direkte Sonneneinstrahlung ist ebenfalls ungünstig, weil die Farbe dann zu schnell trocknet und Schlieren bildet.
Am besten startest du morgens an der Ostseite (die trocknet am schnellsten ab) und arbeitest dich im Tagesverlauf um das Haus herum. So nutzt du das natürliche Licht optimal.
Kombination mit anderen Maßnahmen
Wenn sowieso ein Gerüst steht, überleg dir, ob du gleich noch andere Arbeiten erledigen lässt. Typische Kombinationen sind die Fassadendämmung, der Austausch von Fenstern oder die Erneuerung von Dachrinnen. Das spart Gerüstkosten und du hast nicht in zwei Jahren wieder eine Baustelle am Haus.
Fazit: Ein frischer Anstrich macht viel aus
Ein neuer Fassadenanstrich ist eine der Maßnahmen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kosten sind überschaubar, der Effekt ist sofort sichtbar und du schützt gleichzeitig die Bausubstanz. Ob du selbst streichst oder streichen lässt, hängt von deinem handwerklichen Geschick, der Gebäudehöhe und deinem Zeitbudget ab. Beides kann eine gute Lösung sein, solange die Vorbereitung stimmt.